Typenhäuser

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Typenhaus in der Brandenburger Straße, Sommer 2010

Ein Typenhaus ist ein Begriff aus dem Bereich der Architektur.

Als Typenhäuser bezeichnet man Gebäude, die nach einem gleichen, standardisierten Bauplan errichtet wurden. Dabei können die Größen der einzelnen Gebäude variieren. Durch die Einführung dieser Art von Serienproduktion im Bauwesen können erhebliche Kosten eingespart werden. Es wird nur ein Mal ein Architekt benötigt, der das erste Haus entwirft und die entsprechenden Bauzeichnungen erstellt. Die Produktion der einzelnen Bauteile ist vereinfacht, da die Maschinen nicht auf andere Maße eingestellt werden müssen. Auch der Aufbau eines Typenhauses ist vereinfacht, da dieser nach dem gleichen Ablauf erfolgt.

Charakteristische Typenhäuser der heutigen Zeit sind die so genannten Fertighäuser und die Wohnblöcke in den industriell gefertigten Neubausiedlungen. Aber auch viele historische Bauwerke in Potsdam wurden als Typenhäuser errichtet. So bestehen beispielsweise folgende Straßen fast vollständig aus Typenhäusern: Dortustraße, Jägerstraße, Gutenbergstraße, Lindenstraße, Friedrich-Ebert-Straße (nur der Bereich der Innenstadt), Brandenburger Straße. Aber auch das Holländische Viertel und die Weberhäuser in Babelsberg sind Typenhäuser. Vielfach erkennt man diese Häuser nicht als Typenhäuser, da der Bauherr (in Potsdam fast ausschließlich der regierende König) unterschiedliche Schaufassaden vor die Häuser setzen ließ. Die Massenproduktion von Häusern während der Stadterweiterungen oder der Neubau ganzer Straßenzüge in Potsdam forderte aus Kostengründen die Verwendung von so vielen Typenhäusern.

Quellen

  • „Bertelsmann Lexikon in 15 Bänden“; Bertelsmann Lexikothek Verlag, Gütersloh; 1991; ISBN 3-570-03894-7;Band 14, Seite 319
  • Liste der Baudenkmale in Potsdam - Artikel in der Wikipedia
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