Villa Siemens am Lehnitzsee

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Villa Siemens am Lehnitzsee
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BLDAM-Eintrag 09156764

Die Villa Siemens, auch Heinenhof genannt, ist ein ehemaliges Landhaus im Potsdamer Ortsteil Neu Fahrland. Das denkmalgeschützte Anwesen liegt am Lehnitzsee, Heinrich-Heine-Weg 1, auf der Halbinsel Stinthorn. Zum weitläufigen Grundstück gehören neben dem Hauptgebäude eine Parkanlage mit historischen Sichtachsen und Wegen sowie ehemalige Wirtschafts- und Nebengebäude.

Geschichte

Der Unternehmer Carl Friedrich von Siemens (1872–1941) erwarb 1908 von der königlichen Forstverwaltung ein rund zwölf Hektar großes, mit Eichen, Buchen und Kiefern bestandenes Gelände auf dem Stinthorn. Das Grundstück erstreckt sich mit einer etwa einen Kilometer langen Wasserfront am Lehnitz- und Krampnitzsee.

Mit der Planung des neuen Landsitzes wurde der Berliner Architekt Otto March (1845–1913) beauftragt. Das auf einer Anhöhe rund 29 Meter über dem Lehnitzsee errichtete, langgestreckte zweigeschossige Hauptgebäude entstand 1909–1911 im Stil eines englischen Landhauses. Nach einer Bauzeit von etwa elf Monaten bezog die Familie von Siemens den als „Heinenhof“ bezeichneten Gebäudekomplex im Frühjahr 1910. Zum Anwesen gehörten neben den Wohngebäuden unter anderem Pferdeställe, Wagenremisen und Wirtschaftsgebäude.

Im Inneren prägen eine Diele mit Treppenhaus sowie ein großer Festsaal mit kostbarer Holztäfelung die repräsentative Ausstattung. An das Hauptgebäude schließt sich ein vierseitig umbauter Gesindehof an.

Parkanlage

Die Gestaltung der Parkanlage übernahm der Gartenarchitekt Heinrich Buchacker. Dabei wurden der vorhandene alte Baumbestand und die Lage am Lehnitz- und Krampnitzsee in die Planung einbezogen. Östlich des Wohnhauses waren umfangreiche Erdarbeiten notwendig, um einen Senkgarten mit Wasserbecken sowie eine Terrasse mit anschließender Rasenfläche anzulegen.

Von den damaligen Erdbewegungen zeugt unter anderem eine etwa 250 Jahre alte Eiche am Wasserbecken. Eine Kalksteinmauer schützt ihren Standort vor dem aufgeschütteten Gelände.

Die Wegeführung folgt weitgehend dem Hang und verbindet die zum See ausgerichteten Aussichtspunkte und Blickachsen. Drei Verbindungswege führen zum Uferweg. Von dort aus ist der frühere Bootsplatz mit dem ehemals reetgedeckten Bootshaus erreichbar. Die Grundstruktur der um 1908 angelegten Parkanlage ist bis heute weitgehend erhalten. Wildwuchs und spätere, teilweise nicht zur historischen Gestaltung passende Anpflanzungen beeinträchtigen jedoch die ursprünglichen Sichtbeziehungen.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die sowjetische Armee den Heinenhof bis 1952 als Militärhospital. Anschließend wurde das Anwesen als Kliniksanatorium für Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der Nieren und Leber genutzt. Das Sanatorium wurde erweitert und bot neben unterschiedlichen Behandlungsmethoden auch kulturelle Angebote. Es erhielt den Namen Heinrich-Heine-Klinik.

1993 wurde das Anwesen infolge der Rückübertragung an die Firma Siemens wieder deren Eigentum. In unmittelbarer Nachbarschaft entstand ein neues Klinikgebäude, in dem die Heinrich-Heine-Klinik unter ihrem bisherigen Namen weitergeführt wurde.

Im Jahr 2000 übernahm der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld das Anwesen. Rund 20 Jahre lang gehörte ihm die Villa am Lehnitzsee. Jagdfeld hatte die Villa mit dem Ziel gekauft, selbst dort zu wohnen, zog jedoch nicht ein.

Im September 2025 erwarb der Unternehmer Stefan Peter das Anwesen bei einer Zwangsversteigerung für 13,75 Millionen Euro. Vorgesehen ist eine Nutzung der Villa als Rückzugs- und Lernort mit einem Schwerpunkt auf der Verbindung von Spiritualität und Wissenschaft.

Quellen

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