Nowaweser Weberstube

Die Nowaweser Weberstube befindet sich im Potsdamer Stadtteil Babelsberg, in der Karl-Liebknecht-Straße 23. Träger des Stadteilmuseums ist der Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V..
Details
Nach der Wende – im Jahre 1992 – nahm eine kleine Arbeitsgruppe im heutigen AWO Kulturhaus Babelsberg die Arbeit auf, um eine Nowawes-Ausstellung vorzubereiten. Das außerordentliche Interesse der Babelsberger und ihre aktive Mitarbeit ließen den Gedanken reifen, die Beschäftigung mit der Vergangenheit des Stadtteils fortzuführen und den Verein, den Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e.V. im April 1992 zu gründen.

In einem der wenigen Weberhäuser, die noch aus der Gründungszeit der Weber- und Spinnerkolonie Nowawes erhalten geblieben sind, wurde das Stadtteilmuseum, die "Weberstube Nowawes" eingerichtet. Das Weberhaus in der Karl-Liebknecht-Straße 23 wurde im Jahre 1752 auf Geheiß Friedrichs des Großen gebaut. Seit 1999 befindet sich darin ein kleines Stadtteilmuseum, das auf Initiative des Förderkreises, der Evangelischen Kirchengemeinde und des Sanierungsträgers Stadtkontor mit Hilfe von ABM-Kräften eingerichtet wurde. Viele Babelsberger unterstützten das Projekt engagiert und liebevoll.Es wurde in den Jahren 1995 und 1996 aufwändig saniert. Diese Sanierung erfolgte in der damals üblichen Lehmbauweise. Dabei wurden die Räumlichkeiten wieder in Originalzustand hergestellt. Träger dieser Sanierung war die Evangelische Kirchengemeinde Babelsberg.

Der „Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf“ ist Trägerverein des Stadtteilmuseums Weberstube Babelsberg. Hier engagieren sich Anwohner und interessierte Bürgerinnen und Bürger rein ehrenamtlich.
In dem Museum wird die Geschichte des einstigen Weber- und Spinnerkolonie Nowawes mithilfe von Fotos, Schriftstücken, Landkarten und historischen Exponaten gezeigt. Zwei kleine Räume erzählen von der über 100 Jahre alten Geschichte der Dörfer Nowawes und Neuendorf, von dem entbehrungsreichen Leben der Weber und Spinner. Der vordere Raum lässt erahnen, wie bescheiden die ersten Bewohner des Hauses gelebt haben. Ein großer Webstuhl erfüllt den Raum, Webutensilien wie Spinn- und Spulrad, Webzubehör wie Schiffchen und Spulen dokumentieren die Arbeitsmittel. In dieser Ausstellung wird auch das damalige Bauerndorf Neuendorf berücksichtigt, welches im Jahr 1907 nach Nowawes eingemeindet wurde. Interessant ist dabei vor allem, wie sich das Weberdorf und das Bauerndorf zur größten Industriestadt des damaligen Kreises Teltow entwickelten.
Ein besonderes Ausstellungshighlight ist ein original erhaltenes schwarzes Nowaweser Brautkleid, das von Pauline Hilscher, geb. Lüscher, anlässlich ihrer Hochzeit mit Willi Hilscher am 21. Juli 1906 in Nowawes getragen wurde. Getraut wurde das Paar in der Friedrichskirche durch Pfarrer Koller.
Weitere Bilder
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Weberstube Nowawes, Blick von der Hofseite
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Der sanierte Flur in dem Weberhaus, Sommer 2011
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Kleiderbügel von Mülling in Nowawes in der Lindenstraße
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Beachflag signalisiert „Museum geöffnet"
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Plakat der damaligen Brauerei
Videos
Weblink
- Weberstube Nowawes - Stadtteilmuseum - offizielle Webseite
- Nowaweser Weberstube - Artikel bei Potsdam.de
- Kolonistenhaus in der alten „Kolonie Nowawes“ - Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg, Objekt-Nr. 09155939