Ludwig Tieck

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Ludwig Tieck um 1833 auf einem Gemälde

Ludwig Tieck, (* 31. Mai 1773 in Berlin; † 28. April 1853 in Berlin) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller der Romantik sowie Herausgeber und Übersetzer. Er publizierte auch unter den Pseudonymen Peter Leberecht und Gottlieb Färber.

Geschichte

Ludwig Tieck, eigentlich Johann Ludwig Tieck, wurde am 31. Mai 1773 als Sohn eines Seilermeisters in Berlin geboren. Er besuchte das Friedrich-Werdersche Gymnasium, wo er erste dichterische Arbeiten verfasste. Von 1792 an studierte er Geschichte, Philologie sowie alte und neue Literatur in Halle (Saale), Göttingen und Erlangen. Reisen durch Deutschland während der Studienzeit nutze für seine berühmt gewordenen Reisebeschreibungen. 1794 brach er sein Studium ab, um als freier Schriftsteller in Berlin zu leben. Um die Jahrhundertwende lernte Tieck unter anderem Goethe, Schiller, Friedrich Schlegel und August Wilhelm Schlegel, Novalis, Clemens Brentano, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling kennen. Seit dem bestand unter ihnen eine freundschaftliche Beziehung. Mit Friedrich Schlegel hatte Tieck im Jahr 1801 in Dresden sogar einen gemeinsamen Wohnsitz.

Im Jahr 1801 zog Tieck mit seiner Familie auf einem Gut des Grafen von Finckenstein bei Ziebingen in der Nähe von Frankfurt an der Oder. Ab 1805 reiste Tieck zu Studienzwecken, zum Beispiel altdeutsche Handschriften im Vatikan, durchEuropa. Seine Stationen waren Rom, München, Prag, London und Paris. Zwischen diesen Reisen, die teilweise mit längeren Aufenthalten verbunden waren, kehrte er immer wieder nach Ziebingen zurück.

Seit 1819 lebte Tieck in Dresden. Hier veranstaltete er allabendlich dramatische Vorlesungen. Diese Literaturabenden wurden deutschlandweit bekannt. Als Dramaturg des Hoftheaters Dresden gewann er einen guten Ruf. Zusätzlich begann er mit der Vollendung der von A. W. v. Schlegel begonnenen Shakespeare-Übertragung. Dieses sowie die hinterlassenen Schriften Heinrich von Kleists veröffentlichte Tieck als Herausgeber.

Im Jahr 1841 wurde Tieck durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin gerufen. Hier sollte der Dichter Theaterinszenierungen aufführen. Aber nur eine Aufführung, die des "Sommmernachtstraums" wurde bekannt. Der gichtkranke und durch den Tod fast aller näheren Angehörigen vereinsamte Tieck verließ sein Haus, die Villa Tieck in der Schopenhauerstraße von Potsdam, kaum noch.


Tieck schrieb unter anderem "Peter Lebrecht, eine Geschichte ohne Abenteuerlichkeiten", "William Lovell" , "Abdallah" und Erzählungen für den Almanach "Straußfedern". Außerdem schrieb er Märchenspiele wie "Der gestiefelte Kater" oder "Ritter Blaubart", „Prinz Zerbino, oder die Reise nach dem guten Geschmack“, "Franz Sternbalds Wanderungen" oder das Trauerspiel "Leben und Tod der heil. Genoveva".

Ludwig Tieck starb am 28. April 1853 in Berlin.

Weblinks