Palais Lichtenau

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Palais Lichtenau im Juli 2006

Das Palais Lichtenau befindet sich in der Nauener Vorstadt von Potsdam, in der Behlertstraße 32.

Geschichte

Das dreigeschossige frühklassizistische Palais Lichtenau wurde in den Jahren 1796 bis 1797 von den Architekten Michael Philipp Daniel Boumann in Zusammenarbeit mit Carl Gotthard Langhans erbaut. Friedrich Wilhelm II. hatte es für seine Geliebte Wilhelmine Enke, spätere Gräfin Lichtenau, in Auftrag gegeben und in Sichtverbindung zu seinem Domizil, dem Marmorpalais im Neuen Garten bauen lassen. Zwei Monate nach der Einweihung, die am 25. September 1797 stattfand, starb Friedrich Wilhelm II. Nach dem Tod des Königs wurde der gesamte Lichtenauesche Besitz konfisziert, so dass die Gräfin Lichtenau nur kurz im Palais gelebt hat. Thronfolger Friedrich Wilhelm III. ließ die Gräfin Lichtenau einsperren.

Nach wechselnden Besitzern im 19. und 20. Jahrhundert, gehört das Palais Lichtenau seit 1927 der Familie des heutigen Eigentümers. Von den Jahren 1945 bis 1955 wurde es von der Sowjetarmee für ein Projektierungsbüro genutzt, danach zog dann die Verwaltung des VEB Spezialbau Potsdam dort ein. Seit der Wende wurde das Palais von unterschiedlichen Unternehmen zum Teil gewerblich genutzt. Seit dem Jahr 2005 finden hier Aufführungen des Hans-Otto-Theaters statt.

Zum Palais Lichtenau, das gegenüber der Gotischen Bibliothek am Neuen Garten liegt, gehören noch ein Kutscher- und ein Gartenhaus. Die Wohnfläche des Palais beträgt fast 1.000 Quadratmeter. Das Gebäude steht zum Verkauf. Als Eigentümer wurde im Jahr 1997 Ernst Freiherr von Lüttwitz genannt.

Das Objekt wurde Ende 2007 von Dr. Viola Prinzessin von Hohenzollern erworben und befand sich im Umbau und der Sanierung. Dies wird derzeit Aufgrund einer Insolvenz der Friedr. Gustav Theis Kaltwalzwerke, deren Geschäftsführerin sie ist, nicht fortgeführt und die Zukunft des Objektes ist ungewiss.

Weitere Bilder

Quellen

  • Hans-Joachim Giersberg: Das Potsdamer Bürgerhaus um 1800, Potsdam 1965
  • Ingrid Bartmann-Kompa u. a.: Bau- und Kunstdenkmale in Potsdam, Berlin 1990, ISBN 3362004970
  • Friedrich Mielke: Potsdamer Baukunst. Das klassische Potsdam, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3549066481
  • Beate Schroedter: Palais Ritz-Lichtenau, in Christoph Martin Vogtherr (Hrsg.): Friedrich Wilhelm II. und die Künste. Preußens Weg zum Klassizismus (Ausstellung vom 20. Juli bis zum 14. September 1997, Orangerie und Marmorpalais im Neuen Garten; Weißer Saal im Schloß Charlottenburg), SPSG Berlin 1997, S. 459-466
  • Paul Sigel, Silke Dähmlow, Frank Seehausen, Lucas Elmenhorst: Architekturführer Potsdam, Berlin 2006, ISBN 3-496-01325-7
  • Laserzentrum im Palais Lichtenau Artikel der PNN vom 04.01.2011