Neuer Garten

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Haupteingang Alleestraße/Am Neuen Garten, 2026

Der 102,5 ha große Neue Garten liegt im Nordosten von Potsdam am Jungfernsee zwischen Pfingstberg und Heiligem See. Die beiden Portiershäuschen am Garteneingang Alleestraße führen direkt zur Allee mit Pyramideneichen.

Geschichte

Der Neue Garten entstand ab 1787 auf Initiative des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm II., der hierfür ein zentrales Grundstück erwarb. Der Name verweist programmatisch auf die Abkehr vom barocken Park Sanssouci. Verbunden sind beide Parkanlagen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert durch den heutigen Voltaireweg. Der ursprünglich aus Reitweg angelegte Pfad wurde durch Peter Joseph Lenné zu einer Allee umgestaltet. Mit der Gestaltung des Neuen Gartens wurde der Wörlitzer Gärtner Johann August Eyserbeck beauftragt, der die Vorstellungen eines englischen Landschaftsgartens umsetzte.

Der über mehrere Jahre andauernde Grundstückserwerb beeinträchtigte zunächst die Einheitlichkeit der Anlage. Zwischen 1787 und 1792 entstanden zahlreiche Bauten, von denen viele bis heute erhalten sind. Dazu zählen insbesondere das Marmorpalais, die Küche in Form einer römischen Tempelruine, die Gotische Bibliothek, das Schindelhaus, die Orangerie, die Grotte, die Meierei, die Pyramide (Eiskeller) sowie das Holländische Etablissement. Vor diesem verläuft, ursprünglich von Pyramidenpappeln (seit 1864 Pyramideneichen) begleitet, ein Beispiel des preußischen Chausseebaus. Die Anlage zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlich gestalteter Gartenpartien aus, deren Charakter jeweils durch Architektur und Bepflanzung bestimmt wird.

Umgestaltung durch Lenné

1816 wurde der Garten durch Peter Joseph Lenné im Auftrag des Thronfolgers überarbeitet. Ziel war die Modernisierung der inzwischen stark zugewachsenen Anlage. Durch die Auslichtung dichter Gehölze entstanden neue Sichtachsen und Wiesenräume. Zudem wurde die Wegeführung angepasst und Blickbeziehungen zu den umliegenden Landschaftsräumen und Gärten hergestellt, darunter Sacrow, Pfaueninsel, Glienicke, Babelsberg, Potsdam und der Pfingstberg. Die von Lenné geschaffene Grundstruktur ist bis heute weitgehend erhalten.

20. Jahrhundert und Gegenwart

In der Kaiserzeit kam es zu kleineren Veränderungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Neue Garten von 1945 bis September 1953 als „Zentraler Park für Kultur und Erholung der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland“ genutzt und war für die deutsche Bevölkerung nicht zugänglich. In dieser Zeit entstand ein Vergnügungspark mit unter anderem Karussells, einem Riesenrad, Autoscooter, Schießständen, Bühnenbetrieb sowie weiteren Schaustellerangeboten. Der Betrieb erfolgte durch deutsche Schausteller aus der Sowjetischen Besatzungszone. Nach dem Abzug der sowjetischen Nutzung wurden entsprechende Einbauten schrittweise entfernt.

Eine etwa 13 Hektar große Fläche des Gartens war zwischen 1960 und 1990 Teil des Grenzgebiets und wurde in dieser Zeit stark beeinträchtigt. Nach 1990 erfolgte die Wiederherstellung dieses Bereichs.

1990 erklärte die UNESCO die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin zum Welterbe. Für die Verwaltung des Welterbes sowie deren gärtnerische und bautechnische Pflege und Erhaltung ist die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verantwortlich.

Gebäude im Neuen Garten

Bauten im Neuen Garten

Gartenausstattung

Werke der bildenden Kunst und Gartenausstattung

  • Chinesischer Parasol
  • Obelisk
  • Themistokles-Herme am Ostufer des Heiligen Sees
  • Tiergruppe „Ricke mit Kitz“

Quellen

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