Mühlenberg/Potsdam

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Der Mühlenberg in Potsdam liegt zwischen der Gregor-Mendel-Straße und der Weinbergstraße auf dem Bornstedter Höhenzug, auf dem einst vier Mühlen standen. Mit einer Höhe von 53 m über NN gehört er zu den höchsten Punkten Potsdams. Seinen Namen erhielt der Berg nach den ursprünglich vier Windmühlen, die auf dem Höhenzug standen.

Vom Lehmabbau zum Weinberg

Topographische Übersicht des Mühlenbergs

Die Geschichte des Mühlenbergs ist eng mit dem Lehmabbau verbunden. In der Stauchmoräne lagerten linsenförmige Lehmschichten, die bereits seit dem Mittelalter, insbesondere für die Potsdamer Ratsziegelei, abgebaut wurden. Der Abbau des Areals war 1404 durch den Verkauf des Gebietes durch die in Bornstedt ansässigen von Gröben an die Stadt Potsdam rechtlich abgesichert.

Der nur an einzelnen Stellen mögliche Lehmabbau hinterließ zahlreiche, teilweise bis zu zehn Meter tiefe Gruben und verwandelte den Hang in eine wüstenartige Landschaft. Friedrich II. ließ deshalb 1764 den Hauptabbau Bereich zum dekorativ terrassierten Winzerberg umgestalten. Im östlich anschließenden Gebiet wurde der Lehmabbau jedoch noch längere Zeit fortgesetzt.

Die Urbarmachung und Bebauung des Hanges begann 1772 mit dem Grundstück Am Mühlenberg 1, das dem Leiter der Bildergalerie von Sanssouci, Johann Andreas Brandenburger (1738–1802), gehörte. 1798 ließ sich auf dem unmittelbar östlich anschließenden Grundstück Am Mühlenberg 2 sein Schwiegersohn, der Küchenmeister Lieder, nieder. Er verfüllte auf eigene Kosten die bis zu zehn Meter tiefen Abbaugruben und terrassierte den Hang mit Stützmauern. Auf dem so kultivierten Gelände legte er einen Weinberg an, den er „der Grotte“ nannte (Fidicin 1864). Der Name bezog sich vermutlich auf die zuvor vorhandenen, tiefen Lehmgruben und die dadurch entstandene ungewöhnliche Landschaft.

Unterhalb der vier Windmühlen entwickelte sich der nunmehr gestaltete und malerische Hang zunehmend auch für das Gastgewerbe.

Mühlenberggrotte

Am Südhang des Mühlenbergs entstand Mitte der 1850er Jahre die historische Gaststätte „Mühlenberggrotte“, deren postalische Adresse zunächst Augustastraße 13a beziehungsweise 15 lautete (heute Weinbergstraße). Um 1900 befanden sich hier ein Hotel und Restaurant. Zu DDR-Zeiten ab 1955 wurde das Lokal als „Weinbergterrassen“ weitergeführt. Teile des historischen Gebäudes wurden später abgerissen.

Der Mühlenberg ist heute zum größten Teil mit Villen bebaut.

Panoramablick

2010 wurde auf dem Mühlenberg ein Panoramablick eröffnet, von dem sich ein weiter Blick auf Potsdam bietet. Von der Weinbergstraße führt der Mühlenbergweg hinauf zur Anhöhe und zum Aussichtspunkt.

Weitere Bilder

Quellen

  • Aussichtspunkt am Mühlenberg bald saniert Artikel in der PNN vom 27.06.2011 auf Seite 11
  • Mühlenberg-Belvedere Eröffnung des Mühlenberg-Belvedere
  • Fidicin, E. (1864): Potsdams älteste Stadt-Urkunde. – Mitt. Vereins Geschichte Potsdams.-- Band 1, Beitrag XXXIII, 8 Seiten (Vortrag gehalten 23. Februar 1864, verlesen von Beyer, weil Fidicin erkrankt war, nach Protokoll 19. Versammlung, auf S. 74).
  • Gruß aus Potsdam - historische Ansichtskarten aus Potsdam
  • Mühlenberggrotte Artikel aus der PNN vom 10.03.2011 auf Seite 11
  • Streit um Weinbergterrassen Artikel in MAZ-online vom 30.01.2015
  • „Plan von Potsdam und Umgebung mit Benutzung der Vermessung des Königl. Garten-Direktors Lenné, aufgenommen und gezeichnet von W. v. Möllendorf“
  • „Fontainenanlagen in Sanssouci unter Friedrich dem Großen und Friedrich Wilhelm IV.“, Verlag von Otto Janke (Horvath´sche Buchhandlung) Potsdam 1843, Fotomechanischer Nachdruck herausgegeben von der Generaldirektion der Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci 1981, Situationsplan Sanssouci mit eingetragenem Mühlenberg
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