Otto-Nagel-Straße

Sommer 2007
Die Otto-Nagel-Straße befindet sich in der Berliner Vorstadt von Potsdam und verbindet die Berliner Straße mit der Mangerstraße. Die Straße wurde nach dem Maler und Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste Prof. Otto Nagel (1894-1967) benannt.
Geschichte
Die Straße ab 1878 angelegt und gehörte ursprünglich zur heutigen Mangerstraße. Seit 1895 hieß sie Wollnerstraße nach dem hier wohnenden Bauunternehmer und Grundstücksbesitzer Hermann Wollner (Otto-Nagel-Str. 9). Im Jahr 1969 erhielt sie ihren heutigen Namen.
Das zweigeschossige Wohnhaus Wollner, in der Otto-Nagel-Str. 9, wurde 1875 vom Architekten, Hofbaumeister und Hofmaurermeister Ernst Petzholtz entworfen und steht unter Denkmalschutz.
1883 erfolgte der Bau einer Wagenremise durch A. Grabowsky; 1912 der Bau einer hölzernen Laube auf dem Grundstück von Emil Lilie. Der Bau prägt bis heute das Rondell an der Otto-Nagel- und Mangerstraße.
Baubeschreibung
Freistehender, fünfachsiger Bau mit vortretenden Seitenrisaliten und mittiger Loggia. Die nahezu kubisch geschlossene, breit gelagerte Fassade besitzt eine einheitliche Trauflinie und ein flaches Dach und ist spätklassizistisch geprägt. Charakteristisch sind relativ großformatige Fenster: Die Obergeschossfenster sind mit schinkelartigen Fensterpilastern gerahmt und durch Hermenpilaster gegliedert. Das Loggiamotiv mit doppelter Säulenstellung und Balustern verleiht dem Bau eine barockisierende Tendenz. Der querrechteckige Grundriss ohne Zimmerbezeichnungen dokumentiert die Fläche des Kleinmietshauses von rund 19 m × 10 m. Das Gebäude beherbergt zwei abgeschlossene Wohnungen; der Dach- beziehungsweise Bodenraum ist bis auf zwei Zimmer nicht ausgebaut.
Quellen
- Die Straßennamen der Stadt Potsdam. Geschichte und Bedeutung – Dokument vom „Studiengemeinschaft Sanssouci e.V.“; Autor: Klaus Arlt; Potsdam, 1999
- Otto-Nagel-Str. 9 - Eintrag in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg, ID-Nummer 09156655
- „Die Potsdamer Vorstädte 1861-1900 – Von der Turmvilla zum Mietswohnhaus", Ulrike Bröcker, Wernersche Verlagsgesellschaft Worms; 2. Auflage 2005; Seite 279; ISBN 3-88462-208-0