Bittschriftenlinde

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Die Bittschriftenlinde und das Palasthotel im Jahr 1924

Die Bittschriftenlinde stand in der Innenstadt von Potsdam in der Humboldtstraße, an der südlichen Ecke des Stadtschlosses. Sie war der bekannteste Baum der Stadt.

Geschichte

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm I. hatte in Schlossnähe holländische Linden pflanzen lassen. Im 18. Jahrhundert standen davon noch vier, 1879 nur noch drei Linden. Vier Jahre später musste eine Linde gefällt werden und beim Neubau der Langen Brücke im Jahr 1886 verschwand die vorletzte. Somit blieb nur noch die eine - die Bittschriftenlinde.

Der eigenwillige Name der Linde entstand in der Regierungszeit von Friedrich dem Zweiten. Hier – unter dem Fenster des königlichen Arbeitszimmers – versammelte sich das einfache Volk, um Bittgesuche an den Regenten zu richten. Später wurden auch Bittgesuche direkt an die Linde geheftet.

Im Laufe der Jahre wurde die Linde altersschwach und geriet in extremer Schräglage. Deshalb erhielt sie eine Stütze. Als Schutz war sie bereits mit einem kleinen Gitterzaun versehen worden. Die Nacht von Potsdam und die Kämpfe am Ende des Zweiten Weltkrieges überstand die Linde ohne große Beschädigungen. Doch bei der Neugestaltung des völlig zerstörten Areals wurde auf die Geschichte des Baumes keine Rücksicht genommen. Am 9. Januar 1949 wurde die Bittschriftenlinde gefällt. Erst zur 1000-Jahr-Feier Potsdams wurde ein neuer Baum an dem historischen Ort gepflanzt.

Weitere Bilder

Siehe auch

Quellen

  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“; Verlag für Berlin-Brandenburg; 2010; ISBN 978-3-942476-03-4