Kreativ Quartier
Das Kreativ Quartier Potsdam umfasst sieben Gebäude im Quartier zwischen Kutschpferdestall und Plantage, Garnisonkirche und Yorckstraße. Es wurde zwischen 2019 und 2026 durch den Investor Glockenweiß für rund 85 Millionen Euro errichtet. Die Bebauung umfasst sieben Gebäude.
Geschichte
Aus einem im Jahr 2019 vom Sanierungsträger Potsdam ausgeschriebenen Bieterverfahren ging das von Glockenweiß in Zusammenarbeit mit Partnerfirmen erstellte Konzept als Sieger hervor. Es sah für das gesamte Areal eine dreiseitige Randbebauung sowie im Inneren frei stehende Gebäude vor. Im Zusammenspiel von Gebäuden und Freiflächen entstand ein kleines „Village“, was den unterschiedlichen Nutzungen gerecht wird. Das Büro &MICA wurde Gewinner des anschließenden Realisierungswettbewerbs.
Subventionierte Mieten
Das Kreativ Quartier umfasst insgesamt 25.000 qm Flächen für Büros, Ateliers, Studios, Läden, Proberäume, Cafés und Apartments. Außerdem gibt es ein Parkhaus für Fahrräder. Von den 25.000 qm Mietfläche sind 16.000 qm für die Kultur- und Kreativwirtschaft vorgesehen. Davon ist etwa die Hälfte, also 8000 qm, mietpreisgebunden. Die nutzungs- und mietpreisgebundenen Flächen starten mit einer Anfangsmiete von 9 EUR/Quadratmeter netto kalt. Das ist für den Investor bindend und im Grundbuch eingetragen. An der Vergabe der Flächen erfolgte nach einem Kriterienkatalog. Die Vermietung der Flächen Selbstständige, freischaffende Künstler und Kreative übernahm eine eigens dafür gegründete Genossenschaft. Das Kreativ Quartier ist öffentlich zugänglich und ist über Fußgänger- und Radfahrer über den Neuen Markt, Kutschstall und Plantage erschlossen.
Ehemaliger Langer Stall
Hinter der erhaltenen Prachtfassade des Südportals liegt der Ersatzneubau für den ehemaligen Langen Stall. Von dort aus ist der Zugang von der Breiten Straße zum Kreativ Quartier Potsdam möglich. Der Ersatzneubau ist als eine große, offene Eingangshalle für Ausstellungen und Veranstaltungen vorgesehen. Zeitweise bestand die Idee, für das Potsdam Museum eine Außenstelle zur Präsentation der städtischen Kunstwerke einzurichten. Dafür gab es kein Interesse der Landeshauptstadt. Die Dachform ist eine moderne Interpretation des historischen Langen Stalls. Im vorderen Gebäudeteil befinden sich vorwiegend die mietpreisgebundenen Flächen. Im hinteren Gebäudeteil befinden sich Mietwohnungen, die unabhängig vom Kreativ Quartier errichtet wurden.
Der Lange Stall wurde im Jahr 1734 nach den Plänen von Pierre de Gayette als Exerzier- und Reithalle in Fachwerkbauweise errichtet. Er erstreckte sich von der Breiten Straße, entlang der Plantage bis zur Straße Am Kanal (der heutigen Yorckstraße). Der Stall war 167 Meter lang, 23 Meter breit und hatte eine freitragende Deckenkonstruktion. In der Nacht von Potsdam 1945 ist das Gebäude abgebrannt. Nur das südliche Portal blieb erhalten und gehört der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.
Die Zukunft des Rechenzentrums
Zur Zukunft des Rechenzentrums gibt unterschiedliche Aussagen. Es sollte bereits mehrfach abgerissen werden. 2026 haben die Stadtverordneten die Frist dafür nochmals bis 2033 verlängert.