Rechenzentrum

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Mosaikfeld am Rechenzentrum, um 2006

Das Rechenzentrum, auch „Datenverarbeitungszentrum“ oder kurz „DVZ“ genannt, steht in der Innenstadt von Potsdam, in der Dortustraße an der Kreuzung zur Breiten Straße. Es ist mit markanten Mosaiken geschmückt, welche den Titel „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ tragen.

Geschichte

Das Rechenzentrum wurde in den Jahren von 1969 bis 1971 vom Architektenkollektiv Sepp Weber für den Volkseigenen Betrieb (VEB) „Maschinelles Rechnen“ errichtet. Dabei wurde das ehemalige Gelände der hier zuvor gestandenen Garnisonkirche zum Teil überbaut. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Bürohaus und einem Gebäude für Großrechner, welche durch eine gemeinsame Eingangshalle verbunden sind.

Räume für Kreative und Kulturschaffende

Mangels bezahlbarer Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft beschloss die Landeshauptstadt Potsdam 2015, im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Rechenzentrums eine Zwischennutzung für Kreative zu ermöglichen. Das Gebäude entwickelte sich rasch zu einem etablierten Ort der Kultur- und Kreativszene in der Innenstadt. Ziel ist ein langfristiger Standort in der Potsdamer Mitte.

Zur dauerhaften Sicherung dieser Nutzung wird seit 2018 das Kreativ Quartier Potsdam entwickelt. Grundlage ist das Konzept „Village“ des niederländischen Architekturbüros MVRDV, umgesetzt seit 2021 nach einem Entwurf von &MICA. Die Fertigstellung ist für 2026 vorgesehen. Geplant sind sieben Gebäude mit rund 25.000 m² Mietfläche, davon ein wesentlicher Anteil für die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Geplant sind sieben Gebäude mit rund 25.000 m² Mietfläche, davon etwa 15.000 m² für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Ein Teil der Flächen wird zu mietpreisgebundenen Konditionen angeboten. Das Quartier soll die Innenstadt zwischen Plantage und Neuem Markt beleben; hierfür wurde der Bebauungsplan Nr. 1 „Neuer Markt / Plantage“ angepasst.

Städtebaulich orientiert sich das Quartier an historischen Strukturen und stellt die Blockrandbebauung wieder her. Die Hofbebauung erhält zeitgemäße Fassaden und Dachformen. Der Lange Stall nimmt mit seiner Dachform Bezug auf den historischen Vorgängerbau und ermöglicht zwei Zugänge ins Quartier. Eine zentrale Halle führt zum Quartiersplatz; zusätzliche Durchgänge verbinden Plantage, Kutschstallhof, Neuen Markt und Alten Markt.

Befristete Nutzung

Zur Umsetzung der Sanierungsziele wurde das Rechenzentrum schrittweise zurückgebaut. Erhalten blieb das Verwaltungsgebäude mit dem denkmalgeschützten Mosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ von Fritz Eisel. Forderungen nach einem dauerhaften Erhalt stehen im Spannungsfeld zur Lage des Gebäudes auf dem Areal der ehemaligen Garnisonkirche und in unmittelbarer Nähe zum 2024 wiedererrichteten Turm.

Zur Zukunft des Rechenzentrums gibt es unterschiedliche Aussagen. Es sollte bereits mehrfach abgerissen werden. 2026 haben die Stadtverordneten die Frist dafür nochmals bis 2033 verlängert.

Mosaiken

Die vertauschten Mosaikfelder, um 2006
Geplante Anordnung der Mosaikfelder

Das Rechenzentrum ist durch das Mosaikband „Der Mensch bezwingt den Kosmos“, von Fritz Eisel, geschmückt. Das Band umfasst 18 einzelne Bilder und bedeckt drei Seiten des Gebäudes, die zur Breiten Straße, zur Dortustraße und zur Yorckstraße – in der Richtung des Glockenspiels – ausgerichtet sind.

Neben der Darstellung des sowjetischen Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin befindet sich am äußersten Ende des Mosaikbandes folgendes Zitat von Karl Marx:

„Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf um Weizen, Vieh, etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger. Ökonomie der Zeit - Darein löst sich schließlich alle Ökonomie auf. Ökonomie der Zeit, sowohl wie planmäßige Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiedenen Zweige der Produktion bleibt also erstes ökonomisches Gesetz auf Grundlage der gesellschaftlichen Produktion.“

Eine Besonderheit ist auf der Westseite (in der Dortustraße) zu entdecken – die dortigen Mosaiken wurden bei der Endmontage falsch eingesetzt. Eigentlich sollte über drei Flächen hinweg ein angeschnittener Planet zu sehen sein. Bei der Montage sind jedoch dessen äußere Flächen vertauscht und die links monierte Fläche um 180 Grad verdreht worden.

Quellen

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