Nedlitz

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Blick auf Nedlitzer Durchstich und Jungfernsee. Postkarte von 1920 – GrussAusPotsdam.de: 2.855

Der Stadteil Nedlitz gehört seit 1935 zu Potsdam und liegt im Norden der Stadt. Nedlitz ist ein naturreicher Stadtteil, besonders mit seinen beiden Seen, dem Weissen See und dem Jungsfernsee. Der Ort hat 206 Einwohner (Stand: 31.12.2025).

Geschichte

Die erste Besiedlung der Gegend geht zurück bis zur Bronzezeit (2200 v.u.Z. bis 800 v.u.Z.). Die erste urkundliche Erwähnung beruht auf einer Fährverbindung über den Weißen See, die aus dem Jahr 1323 stammt. Später beschrieb Theodor Fontane die Nedlitzer Fähre in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Diese Fähre wurde 1682 durch eine hölzerne Brücke, die Nedlitzer Nordbrücke, ersetzt. Gleichzeitig entstand daneben ein Zollhaus. Ende des 18. Jahrhunderts waren Obstanbau und Seidenraupenzucht die vorherrschenden Wirtschaftszweige. Nach Entwürfen von Heinrich Ludwig Manger wurde das alte Fährgutshaus durch einen imposanten Neubau ersetzt. Ab 1843 ließ Friedrich Wilhelm IV. das Fährgutshaus nach Plänen von Ludwig Persius erweitern.

Mit dem Ausbau der Chaussee von Spandau nach Potsdam wurde Nedlitz touristisch erschlossen. Es entstanden drei Ausflugsrestaurants: das Schweizerhaus, die Römerschanze und das Parkrestaurant. Jede dieser Gaststätten hatte einen Schiffsanleger für die Ausflugs-Dampfer aus Potsdam und Berlin. Die Lokale besaßen mehrere Säle und große Gartenterrassen sowie Kegelbahnen, Bootsverleih und Spielplätze. Alle drei Ausflugslokale sind heute nicht mehr existent. Als letztes schloss 1990 das Parkrestaurant.

Am Ende des Zweiten  Weltkrieges waren Gutshaus und Brücke schwerbeschädigt. Bei Reparaturarbeiten im Jahr 1950 wurde das markante, aber schon für den damaligen Verkehr zu schmale Brückentor abgerissen. Das kriegsgeschädigte Schweizerhaus wurde als Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet. Als ein Betriebsteil des Autobahnbaus in Nedlitz aufgebaut wurde, riss man die ruinierte Gaststätte ab. Dieser benutzte auch die Römerschanze, um hier seine Berufsausbildung einzurichten.

An der Nedlitzer Südbrücke, auch Brücke des Friedens genannt, entstand eine Grenzübergangsstelle für den Güterverkehr auf der Unteren Havel-Wasserstraße (Havel, Jungfernsee, Weißer See, Sacrow-Paretzer-Kanal). Im Jahr 1965 wurde die Kläranlage Potsdam-Nord in Betrieb genommen, die 1999 umfassend saniert wurde. Die zunehmende Verkehrsbelastung in den folgenden Jahrzehnten machte schließlich einen Neubau unumgänglich. Die als Spannbetonkonstruktion ausgeführte 52 Meter lange heutige Brücke wurde nach eineinhalb Jahren Bauzeit im Dezember 2003 für den Verkehr freigegeben. Die beidseits der Brücke angeordneten Austritte laden zum Verweilen ein und ermöglichen einen Ausblick auf die reizvolle Seenlandschaft, die Fontane bereits vor 200 Jahren beschrieben hat.

Quellen

  • Nedlitz auf der Homepage der Stadt Potsdam
  • Nedlitz – Artikel in der Wikipedia
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