Gardes du Corps

Aus PotsdamWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Standort Berliner Straße im Frühjahr 2013
Standort Behlertstraße im Frühjahr 2013

Die Gardes du Corps war die berittene Leibwache des Königs, welche von Friedrich II. gegründet wurde und bis zum Ende des Deutschen Kaiserreiches bestand.

Die Kasernen des Regiments befanden sich in der Straße Am Kanal, wo heute der Energiekonzern E.ON edis seine Potsdamer Hauptverwaltung hat, und zwei der Unterkunftsbauten befanden sich in der Berliner Vorstadt, in der Behlertstraße 4 und in der Berliner Straße 135.

Eine Besonderheit besteht in der Bezeichnung des Corps. Eigentlich müßte die Singularform Garde verwendet werden, wie es bei allen Einheiten mit diesen Namen weltweit erfolgte. Einzig diese Einheit per preußischen Armee wird mit der französischen Pluralform Gardes, also mit einem "s" am Ende, bezeichnet.

Geschichte

Das Regiment „Gardes du Corps“ wurde am 23. Juni 1740 von König Friedrich II. gegründet. Das Regiment nahm beim Exerzieren sowie bei Paraden stets den ersten Platz ein.

Im Jahr 1914 bestand es aus fünf Eskadrons, jede zu zwei Kompanien. Die erste Kompanie hieß Leibkompanie, ihr Befehlshaber war der jeweilige König von Preußen, der auch immer der Befehlshaber des gesamten Regiments war.

Das Regiment Gardes du Corps galt als das vornehmste deutsche Kavallerie-Regiment und hatte seine Garnison zuletzt in der Residenzstadt Potsdam.

Kasernen

Hofseite Berliner Straße im Sommer 2007

Die Kasernen des Regiments lagen in der Gardes-du-Corps-Straße, am Stadtkanal. In den Jahren 1891 bis 1893 entstand ein weitläufiger Kasernenkomplex zwischen der Neuen Königstraße (später Berliner Straße), der Behlertstraße, der Mangerstraße und der Wollnerstraße (später Otto-Nagel-Straße). Den Hauptbau an der Neuen Königstraße schmückten einst zwei Bronzeplastiken mit pferdeführenden Gardereitern von dem Bildhauer August Kiß.

Die Gebäude wurden zwischen 1891 und 1893 durch den Archititekten Robert Klingelhöffer geschaffen. Eine Besonderheit ist die Kombination von rotem Backstein mit roten Bändern aus Sandstein – nicht wie sonst im Kaiserreich rot-gelb.

Die gesamte Anlage zwischen der Behlertstraße und der Berliner Straße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erst von der Sowjetarmee und später, bis 1990, von der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzt.

Nach der Wende wurde das ehemalige Unterkunftsgebäude in der Behlertstraße von der Standortverwaltung der Deutschen Bundeswehr und das Gebäude in der Berliner Straße von der Regionalverwaltung der Telekom bezogen. Zudem wurde in den 1990er Jahren der Hof – mit den ehemaligen Reit- und Exerzierplätzen sowie Nebengebäuden – zum Teil mit neuen Bürogebäuden bebaut. Diese wurden im Jahr 1993 fertiggestellt und seit dem als Büropark „Com City“ bezeichnet.

Weblinks